Bloggen wurde schon oft totgesagt. Besonders in Zeiten von KI. Wissen ist nichts mehr besonders und die KI oder auch die Google KI-Übersicht beantwortet reine Wissensfragen in null Komma nichts. Warum sich bloggen trotzdem noch lohnt, was sich verändert hat und warum ein Blog nicht immer was mit Geldverdienen zu tun haben muss, erfährst du in diesem Artikel.
Bloggen – eine Reise über Jahre
Als ich 2016 ernsthaft mit dem Bloggen angefangen habe, war die goldene Zeit von Blogs schon im Abklingen. Social Media war auf dem Vormarsch und es hieß: Blogs sind tot. Wer liest denn in Zeiten von Social Media noch Blogs?
So ganz bestätigen kann ich das nicht, denn als ich meinen Reiseblog Travellicious gestartet habe, gab es noch eine große Blogger-Community. Besonders unter Reisebloggern.
Heute stehen wir vor einem ähnlichen Punkt. KI hat Einzug gehalten und Wissen ist nicht mehr besonders. Einfache Wissensfragen werden von der KI ruckzuck zusammengefasst, sodass sich kaum noch jemand die Mühe macht, auf eine Website zu klicken.
Heißt das jetzt, dass Blogs nicht mehr zeitgemäß sind und es sich nicht mehr lohnt, einen Blog zu starten? Die Antwort lautet ganz klar nein.
Natürlich hat sich Bloggen, auch dank KI, massiv verändert. Und ja, ich gebe zu, vor 10 Jahren war es deutlich einfacher. Das heißt aber nicht, dass es sich nicht mehr lohnt. Ganz im Gegenteil.
Wenn du wissen möchtest, was Bloggen kostest, dann schau doch unbedingt bei meinem Artikel, Was kostet ein Blog – von kostenlos bis kostenpflichtig, vorbei.
Für dich zusammengefasst
- ✓Bloggen wurde schon mehrfach totgesagt, erst durch Social Media, jetzt durch KI, beide Male zu Unrecht
- ✓Viele merken gar nicht, dass sie regelmäßig Blogartikel lesen, auch KI-Antworten und die Google KI-Übersicht nutzen Blogs häufig als Quelle
- ✓Früher reichten die richtigen Suchbegriffe fürs Ranken, heute spielen deutlich mehr Faktoren eine Rolle
- ✓Im Business-Kontext ist ein Blog ein strategisches Marketinginstrument mit klaren Zielen, dafür gelten auch höhere rechtliche Anforderungen
- ✓Im Hobby-Kontext steht der Spaß im Vordergrund, ganz ohne Druck durch Kennzahlen oder SEO-Zwang
Der Irrglaube – keiner liest mehr Blogs
„Also ich lese keine Blogs.“ Das höre ich so oft. Doch vielen ist gar nicht bewusst, dass sie Blogs lesen, ohne es zu wissen. Denn wenn du etwas in das Suchfeld von Google eingibst, erscheinen in den Suchergebnissen zu 80 Prozent Blogartikel, die deine Frage beantworten.
Auch die KI und die Google KI-Übersicht nutzen häufig Blogs als Quelle für ihre Antworten. Du siehst, die Aussage ist also nicht richtig. Achte bei deiner nächsten Suchanfrage mal darauf. Jetzt, wo du es weißt, wird dir das bestimmt auffallen.
💡 Gut zu wissen:
Der Grund, warum in den Suchergebnissen und in KI-Antworten hauptsächlich Blogs angezeigt beziehungsweise als Quelle genutzt werden, liegt daran, dass rund 80 Prozent der Suchanfragen informationsbasiert sind. Das heißt, Nutzer möchten sich erstmal zu einem Thema informieren, bevor sie eine Entscheidung treffen.
Bloggen früher vs. heute
Als ich angefangen habe zu bloggen, war es noch relativ einfach. Es gab weder KI noch KI-generierte Masseninhalte und auch nicht die Google KI-Übersicht.
Wenn du damals die richtigen Suchbegriffe im Text untergebracht hattest, konntest du davon ausgehen, auf der ersten Seite der Google-Suchergebnisse angezeigt zu werden.
Heute sieht es ein bisschen anders aus. Es spielen neben den richtigen Suchbegriffen noch jede Menge andere Faktoren eine Rolle, ob du in den Suchergebnissen angezeigt oder in der Google KI-Übersicht zitiert wirst.
Sind diese Faktoren für alle Blogger relevant? Kommt drauf an. Nutzt du deinen Blog im beruflichen Kontext, also für dein Unternehmen oder deine Selbstständigkeit, dann auf jeden Fall.
Schreibst du einen Hobby-Blog, zum Beispiel über Stricken oder Bücher, spielen diese Faktoren eine nicht ganz so große Rolle. Daher lass uns beides mal etwas genauer anschauen.
Bloggen im Business-Kontext
Bloggst du für dein Unternehmen oder deine eigene Selbstständigkeit, sind die neuen Faktoren, die heute wichtig sind, essenziell. Warum?
- Dein Blog ist ein strategisches Marketing- und Vertriebsinstrument. Der Erfolg deines Blogs wird an klaren Geschäftszahlen wie Lead-Generierung, Verkäufen, Markenbekanntheit und anderen Kennzahlen gemessen.
- Die Inhalte für deinen Business-Blog werden eher datenbasiert ausgewählt. Keyword-Recherche, Suchintention der Zielgruppe und die Kundenreise spielen eine wichtige Rolle bei der Auswahl der Inhalte.
- Suchmaschinenoptimierung und in der KI erwähnt oder zitiert zu werden sind kein nice to have. Du solltest aktiv daran arbeiten, die EEAT-Kriterien zu erfüllen, um in der Google KI-Übersicht und in Suchergebnissen sichtbar zu bleiben.
- Für Business-Blogs gelten höhere rechtliche Anforderungen als für Hobby-Blogs. Ein Impressum, DSGVO, Cookie-Banner und Werbekennzeichnung sind hier Pflicht.
Bloggst du für dein Unternehmen oder deine eigene Selbstständigkeit, solltest du dich unbedingt mit den Änderungen für deine Auffindbarkeit bei Google, in der Google KI-Übersicht und in KI-Antworten generell beschäftigen. Nur so wirst du auch weiterhin von potenziellen Kunden gefunden.
Bloggen im Hobby-Kontext
Hast du einen Hobby-Blog oder möchtest einen Blog zu deinem Hobby starten, ist es deutlich entspannter. Du hast keinen Druck, Kunden zu gewinnen und Zahlen auszuwerten. Auch bei der Wahl deiner Themen kannst du schreiben, worüber du möchtest.
- Dein Blog soll Spaß machen. Du kannst dich frei entfalten. Im Gegensatz zu einem Business-Blog steht der Spaß im Vordergrund. Wenn du deine Erfolge messen möchtest, ist das total okay, doch kein Muss.
- Bei der Themenwahl bist du vollkommen frei und kannst spontan über das schreiben, wozu du Lust hast und was dich gerade begeistert. Ganz ohne Rücksicht auf Suchvolumen oder Marktlücken.
- Google-Optimierung ist ein Kann, aber kein Muss.
- Auch von der rechtlichen Seite aus ist ein Hobby-Blog deutlich unkomplizierter. Zwar gelten hier auch formale Grundregeln, wie ein einfaches Impressum, einzuhalten, doch ist der Aufwand überschaubarer.
Bei einem Hobby-Blog steht der Spaß am Schreiben im Vordergrund. Zahlen, Daten und Auswertungen sind eher nebensächlich.
Bloggen immer noch up-to-date
Kommen wir zurück zur Ausgangsfrage: Lohnt sich ein Blog heute noch? Die Antwort ist eindeutig ja.
Gerade in Zeiten, in denen das Internet von automatisch generierten KI-Texten überschwemmt wird, entsteht immer mehr das Bedürfnis nach echten Stimmen.
Dazu kommt, dass die KI Meinung und Haltungen braucht, um weiter zu lernen und aktuell zu bleiben.
KI kann vieles. Sie kann Fakten in Sekundenschnelle zusammenfassen. Doch sie kann weder echte menschliche Erfahrungen ersetzen noch Persönlichkeit besitzen. Ob Business- oder Hobby-Blog, ein authentischer Blog ist heute wertvoller denn je.
Häufig gestellte Fragen
Ist Bloggen noch zeitgemäß?
Ja, ganz klar. Auch wenn KI heute viele Wissensfragen sofort beantwortet, ersetzt sie keine echten Erfahrungen und keine persönliche Haltung. Bloggen hat sich verändert, aber es lohnt sich nach wie vor, egal ob im Business- oder im Hobby-Kontext.
Werden Blogs noch gelesen?
Ja, häufiger als viele denken. Viele Menschen lesen regelmäßig Blogartikel, ohne es bewusst wahrzunehmen, denn ein Großteil der Suchergebnisse bei Google besteht aus Blogartikeln. Auch KI-Antworten und die Google KI-Übersicht nutzen Blogs häufig als Quelle.
Muss ein Blog immer geschäftlich sein?
Nein, überhaupt nicht. Ein Blog kann genauso gut ein Hobby-Projekt sein, bei dem der Spaß am Schreiben im Vordergrund steht, ganz ohne Druck durch Kennzahlen oder SEO-Vorgaben. Ob geschäftlich oder privat, das entscheidest du selbst.
Was hat sich beim Bloggen im Vergleich zu früher verändert?
Früher reichten meist die richtigen Suchbegriffe im Text, um gut bei Google gefunden zu werden. Heute spielen deutlich mehr Faktoren eine Rolle, etwa ob du in der Google KI-Übersicht zitiert wirst. Wie stark sich das auswirkt, hängt davon ab, ob du deinen Blog geschäftlich oder als Hobby führst.
*Das Beitragsbild wurde mit freundlicher Unterstützung von Nano Banana erstellt.

Hi ich bin Peggy, das Gesicht hinter Reihenweise. Seit über zehn Jahren blogge ich auf meinem Reise- und Foodblog Travellicious. Auch, wenn viele es behaupten glaub ich das Blogs noch lange nicht tot sind. Daher möchte ich auf Reihenweise mein Wissen rund um das Thema bloggen teilen. Alle Artikel rund um das Thema bloggen findest du in der Übersicht.


